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Mai 2014

Ein kleiner Einblick in die Firmengeschichte.
Martina Franke erzählt.

Martina Franke © FormatF Agentur + Werbung 2014

Wie alles begann
In den Wirren der Wendezeit 1989/1990 war ich mitten im Betriebswirtschaftsstudium und bekam mein drittes Kind. Ich war 31 Jahre alt und voller Elan. Mein Studium beendete ich 1991 sehr erfolgreich mit dem Prädikat gut. Es konnte also losgehen. Mit Erschrecken stellte ich fest, das Frauen mit 3 Kindern in der „neuen Gesellschaft“ auf die berühmten 3 K´s (Küche,Kirche,Kinder) reduziert wurden.
Trotzdem fand ich eine Anstellung bei einem regionalen Zeitungsverlag als Anzeigenberaterin.
Mit der Arbeit kam ich gut zurecht, nicht aber mit dem Chef, einem älteren Herrn, der keine eigenen Ideen zuließ. Bei der Kundenberatung stellte ich fest, dass ich zwar Zeitungsanzeigen verkaufen konnte, der Bedarf aber ein ganz anderer war. Viele Geschäfte und Gewerbetreibende hatten kein „anständiges Firmenschild“, keine Visitenkarten, Briefbogen, Flyer usw., kurzum es fehlten die Basics für Werbung und Präsentation der Firmen. Da kam mir die zündende Idee, ich gründe eine Werbeagentur.

Am 02.03.1992 war es dann soweit. Ich war von Anfang an erfolgreich, obwohl die Werbebranche wegen der vielen „Glücksritter“ aus den „alten“ Bundesländern keinen guten Ruf hatte. Anfangs vermittelte ich alle Aufträge an andere Werbefirmen, mir fehlte schlichtweg das Geld für Investitionen in entsprechende Technik. Ich hatte auch noch kein Büro nur einen Schreibtisch im Wohnzimmer. Zu allem Glück traf ich eine ehemalige Schulkameradin, die aus der Grafikbranche kam und gerade einen Job suchte. Sie ließ sich von meiner Idee anstecken und brachte noch viele eigene Vorschläge ein. So gründeten wir Anfang 1994 eine GbR und bezogen unser erstes Büro in Zwickau Seilerstraße 7.
Die Auftragslage war recht gut. Wir punkteten mit unseren Leistungen und unserer Zuverlässigkeit. Unsere erste Mitarbeiterin, eine Werbekauffrau, begann 1995 als Praktikantin, danach als Teilzeitbeschäftigte bis sie schließlich 1997 volltags bei uns einstieg. Wir investierten in einen Satzcomputer von Apple und einen Schneidplotter. Jetzt ging es richtig los. Wir konnten sehr viel im eigenen Haus produzieren.

Der Umzug
Mit der Einstellung einer weiteren Mitarbeiterin wurde unser Büro zu klein. Wir benötigten dringend mehr Platz und eine eigene Werkstatt. 2002 war es dann so weit. Wir zogen um in einen anderen Stadtteil nach Zwickau-Oberplanitz. Mit dem netten Vermieter waren wir uns schnell einig. Das Ambiente hat uns von Anfang an gefallen. Die Kundschaft blieb nicht aus und unser Auftragsvolumen stieg. Wir investierten in eine Textilpresse, denn viele Vereine wurden wegen ihrer Trikotbeschriftung auf uns aufmerksam. Unsere Leistungen waren auch bei größeren Firmen gefragt z. B bei Großvermietern, karitativen Einrichtungen und im Handwerk. Dadurch konnten wir eine weitere Mitarbeiterin im Grafikbereich einstellen.
2009 investierten wir wieder in Computertechnik und kauften einen neuen Plotter. 2011 kam eine Digitaldruckmaschine hinzu. Wir hatten 3 Mitarbeiterinnen im Grafikbereich und 1 Mitarbeiterin in der Werkstatt. In der Verwaltung und der Kundenakquise sowie der Geschäftsleitung arbeitete ich gemeinsam mit meiner Geschäftspartnerin.

Die Krise
Leider war zunächst der Aufwärtstrend vorbei, wir steckten in der Krise. Die Folgen der allgemeinen Wirtschafts- und Bankenkrise bekamen auch wir zu spüren. 2012 verließ meine Geschäftspartnerin aus persönlichen Gründen die Firma, die GbR wurde aufgelöst.

Der Neubeginn
Ich entschloss mich die Firma weiter zu führen. Es war für mich wie der Neubeginn 1992 und ich startete mit meinen „Mädels“ voll durch. Mit Hilfe der IHK und der Agentur für Arbeit stellte ich weitere Mitarbeiterinnen ein. Ich kontaktierte einen Unternehmensberater und stellte die gesamte Firmenstruktur auf den Kopf. Wir sind jetzt wieder auf Erfolgskurs.

Zwei Mitarbeiterinnen haben sich bei einer Qualifizierungsmaßnahme zum Web-Designer entwickelt. Durch ständige Schulungen mit Hilfe der IHK sind wir immer auf dem neuesten Stand.
2014 werde ich in weitere Computertechnik investieren. Durch unsere neue Struktur haben wir verschiedene Ressorts, die selbstständig an Projekten arbeiten können. Wir 9 Mädels sind wie eine große Familie. Ich selbst habe fast nur noch administrative Aufgaben und kann mich endlich mehr um unser eigenes Marketing kümmern.
Würde mich heute jemand fragen: "Wie schätzt du deine Selbstständigkeit ein?", sage ich: "Ich bereue nichts. Es ist alles gut."